Brauseminar 21.10.2017 Wolkersdorf (Schwabach)

Bier wird seit fast 10.000 Jahren hergestellt und ist damit ein ständiger Begleiter der Menschheit. Dabei ist die Herstellung des Bieres kein Geheimnis und kann von jedem selber mit einfachen Utensilien, wie man Sie in den meisten Küchen findet, gebraut werden.

Wie das geht, möchte ich euch gerne an einem gemeinsamen Brautag zeigen, so dass jeder in der Lage ist, sein Bier selber herzustellen. Zusammen brauen wir ein Bier nach einem gängigen fränkischem Rezept. Nebenbei lernen Sie vieles über die Zutaten, das Bier und die Tradition des Brauens kennen. Jeder Teilnehmer kann wahlweise einen Teil des Sudes mit nach Hause nehmen oder das fertige Bier wird nach einer bestimmten Reifezeit den Teilnehmern an einem zweiten Treffen überreicht.

Da es sich um einen ganzen Brautag handelt, ist selbstverständlich auch für das leibliche Wohl mittags nach regionaler Brauerart gesorgt. Weiterhin erhält jeder Teilnehmer Kursunterlagen und es findet eine kleine Bierverkostung unterschiedlicher leckerer regionaler und besonderer Biere statt.

Die Kurszahl ist auf 8 Teilnehmer beschränkt.

Kursleiter: André Betz
Anmeldungsschluß: 7.10.2017 unter brauseminar@Zwieselbrau.de
Brautag: 21.10.2017 Beginn: 9:00Uhr Ende: ca. 16:30Uhr
Brauort: Am Wasserschloß 5 91126 Schwabach/Wolkersdorf (49.361472, 11.026541)
Kosten: 25€ (Kursgebühr) + 23€ (Verpflegung und Materalien) = 48€ (Gesamtbetrag)
Teilnamhevorrausetzung: Alter ab 16 Jahren
Mitbringen am Kurstag: nichtalkoholisches Getränk für sich, Geschirrtuch, 0.2l – 0.5l Glas, Teller und Besteck, Stift, einen Gefrierbeutel und Tasche zum Transport
AGBs: Allgemeine Geschäftsbedingungen für das Brauseminar
Kursunterlagen: Aktuelle Kursunterlagen können hier heruntergeladen werden.

 

Tagebuch:

21.10.2017

Es wurde ein 20L Sud mit 12°P hergestellt und mit obergäriger Hefe versetzt. Anschließend wurde der Sud an einen dunklen ruhigen Ort bei 22°C gestellt.

22.10.2017

Der Sud beginnt im Gärrohr bereits zu blubbern und hat 10°P erreicht. Auch wurde die Würze leicht bewegt, so dass die Hefe und Extrakt besser in Kontakt kommen.

24.10.2017

So langsam wird es ruhiger im Gärbottich. Nochmal leicht geschwenkt und ein wenig ist wieder in Schwung gekommen beim Vergären. Das Refraktometer zeigt 8,4 Brix an, dies  entspricht ca 8°P.

25.10.2017

So mal ein Bild von der gärenden Würze. Leider hab ich verpasst die starke Schaumbildung zu fotografieren. Die abgestorbenen dunklen Hefeflecken oben können später mit einem desinfiziertem Löffel oder Teesieb abgeschöpft werden, bevor sie beim Abfüllen des Bieres mit in die Flasche kommen.

29.10.2017

Die Würze steht seit 3 Tagen bei 7,5°P. Das ist noch zu viel. Warum die Hefe nicht weiterarbeitet kann mehrere Ursachen haben. Entweder ist es zu kalt oder zu wenig Nährstoffe. Ich vermute, dass die Hefe zu wenig Nährstoffe hat und was evtl mit dem Brauwasser zusammenhängt. Es gibt nun mehrere Möglichkeiten, dass wieder in Schwung zu bekommen. Ich könnte etwas entnehmen und das an einem wärmeren Ort mit etwas Zucker einen neuen Starter ansetzen und dem Ganzen auch etwas Hefenährsalz hinzufügen. Zunächst versuche ich es heute nochmal mit Umrühren.

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1.11.2017 Abfülltag

Nachdem sich selbst nach nochmaligem Aufrühren und Zugabe von Hefenährsalz sich der Platograd auf meinem Refraktometer bei 7,5°P eingestellt hat und ich nach einem Geschmackstest keine Restsüsse feststellen konnte, habe ich beschlossen die Hauptgärung zu beenden und heute den Sud abzufüllen.
Dazu habe ich in 150ml warmen Wasser 105g Zucker eingerührt. Alles natürlich steril gehalten.

In jede Flasche habe ich dann 5ml der Lösung mit einer Spritze, die ich vorher desinfiziert hattee eingefüllt. So sollte in jeder 0,5L Flasche ca 3,5g Zucker enthalten sein.

Anschließend an den Gäreimer ein Abfüllrohr befestigt, den Eimer leicht geöffnet, etwas schräg gestellt und begonnen jede Flasche einzeln abzufüllen.

Ich hab soweit abgefüllt, bis oben am Flaschenrand ein wenig Schaum zu sehen war. Der Abfüllschlauch verdrängt auch etwas Platz, so dass am Ende der Abfüllung in jeder Flasche ca. 5-6cm Luft nach oben Platz war.

Auf die letzte Flasche habe ich ein Manometer angebracht, um den Druck während der Nachgärung prüfen zu können. Die Abfüllung ergab 21 0,5L Flaschen.

Etwas Sud habe ich im Bottich zurückgelassen. Einerseits ist oben ein wenig abgestorbene Hefe, die nicht ins Bier rein soll, zweitens ergibt das keine ganze Flasche mehr und drittens probiere ich auch gerne das Jungbier.

Ich mag das Jungbier sehr gerne und freue mich auch schon immer nach dem Abfüllen auf den ersten Probiertest. Das Bier schmeckt sehr vollmundig, leicht malzig und der Hopfengeschmack kommt auch gut raus. Die anfängliche Bitterheit ist auch schon zurückgegangen

Die abgefüllten Flaschen stelle ich nun wieder bei 22°C an einen ruhigen Ort. Diese Gärstufe halte ich nun ca 10-14 Tage, je nachdem, wie schnell ein guter CO2 Druck von ca 2Bar aufgebaut wird.

3.11.2017

Mittlerweile hat sich schon ein Druck von ca 1 Bar in den Flaschen aufgebaut. Ich hab auch nun herausgefunden, warum das Refraktometer bei 7,5°P stehen geblieben ist und das auch vollkommen zu recht. Ich hab ganz vergessen den Alkoholfehler rauszurechnen. Dabei hatte ich das Thema schon hier einmal behandelt. Korrigiert man den Wert kommt man auf ca. 4°P.

13.11.2017

Nachdem sich das Manometer bei ca. 2,2Bar eingependelt hat und sich nur noch wenig bewegt will ich mit der Kaltgärung anfangen, um das Bier zu klären. Hierbei soll sich der noch verbleibende Trub am Boden absetzen. Ideal sind hier Temperaturen 0°C -> 2°C. Aktuell sind dabei die Temperaturen draussen ideal und so hab ich den Bierkasten raus in den Schuppen gestellt. Dort lasse ich ihn dann die nächsten 4-6 Wochen stehen. Ich denke kurz vor Weihnachten ist es dann trinkbar und die Flaschen können verteilt werden.

15.12.2017

Nun war es Zeit einmal nach der langen Kaltreife das erste Bier zu probieren, bevor ich es nächste Woche an die Teilnehmer verteilen werde. Damit es gut trinkbar ist und die Aromen gut rauskommen, habe ich es etwas in der Küche stehen lassen, damit es sich auf ca 7°C aufwärmt. Dabei ist der Druck auf ca 1,8Bar angestiegen. Die Kaltreifung hat das Bier sehr schön geklärt. Die Farbe ist leicht braun rötlich. Der Schaum ist sehr stabil und schön fluffig. Der Hopfengeruch kommt sehr gut raus und die Kohlensäure ist nicht zu wenig aber auch nicht zu viel. Der Hopfengeschmack kommt auch gut raus, ist leicht bitter aber nicht sehr viel mehr aös gängige fränkische Biere. Besonders überraschend fand ich den feinen Antrunk. Dies führe ich darauf zurück, dass wir nicht mit Leitungswasser, sondern mit Tafelwasser gebraut haben. Vielleicht werde ich mich doch noch einmal intensiver mit der Wasseraufbereitung beschäftigen müssen. Aufjedenfall ist ein sehr gutes Bier im Brauseminar entstanden.

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