Bierfässer für Einsteiger

Seit längerem hege ich den Wunsch mein gebrautes Bier in Fässer abzufüllen. Angeblich soll der Geschmack noch einmal besser sein. Ausserdem spart es Platz und auch die Reinigung von einem Fass geht schneller als die entsprechende Anzahl von Bierflaschen. Doch jedesmal, wenn ich mit dem Thema anfange und ich zu dem Thema recherchiere, steh ich am Ende wie der Ochs vorm Berg bei den Ganzen Anschaffungen und Schritten, die zu unternhemen sind, bis das Bier einmal im Fass ist. Auch die Kosten für mindestens zwei KEGs, CO2 Druckflasche und Gegendruckabfüllanlage belaufen sich auf mehrere hundert Euro. Das ist mehr, als ich für meine ganze Brauanlage ausgegeben habe. Sollte ich jemals in die 50L oder 100L Klasse kommen, so wären diese Ausgaben sicherlich drin aber bei einem 20L Sud ist das viel zu viel.

Aber es gibt ja noch einen günstigeren Mittelweg. Sozusagen ist das die Fassbier Einsteigervariante. Jeder kennt sicherlich noch die 5L Partydosen. Eigentlich sind diese ja auch nicht schlecht und dazu noch unheimlich  handlich. Vielleicht wird das Bier nicht ganz so gut, wie in einem KEG, da es wie in den Bierflaschen nun im Fass nachreift und eben auch ein Bodensatz Hefe sich darin ansammelt aber es ist ein guter Mittelweg. Im Gegensatz zu den 5L Partyfässern, gibt es bei KEGs die Möglichkeit in ein anderes Fass mit CO2-Gegendruck abzufüllen und so bleibt der Hefesatz im ersten Fass zurück.

Für eine Abfüllung in Partyfässer werden nicht sehr viele Gegenstände benötigt. Zunächst braucht man einmal ausreichend 5L Partydosen. Dazu jeweils einen passenden Verschlussstopfen. Der Preis pro Fass beläuft sich auf ca. 6€. Allerdings könnte man auch gebrauchte 5L Partyfässer wiederverwenden. Alternativ zu dem Verschlussstopfen gibt es auch die Möglichkeit einen Verschlussstopfen mit Überdruckventil zu verwenden. Allerdings wird oft davon abgeraten, weil diese verkleben und dann nicht mehr dicht halten. Zum Abfüllen nach der Hauptgärung empfiehlt sich unbedingt ein längeres Abfüllrohr zu verwenden, um den Kontakt mit Sauerstoff und Aufschäumen zu vermeiden. Damit man sein Bier später auch geniessen kann, braucht man schussendlich noch eine Zapfanlage mit Luftpumpe oder CO2 Patrone (gibt es auch kombiniert) . Diese ist die teuerste Anschaffung mit ca 40€.

Bevor das Bierfass angestochen wird, muss die CO2 Patrone eingesetzt werden. Dazu die Patronoe in die Plastikhalterung einlegen und auf das Ventil schrauben. Dabei wird die Patrone angestochen. Auf der linken Seite der Halterung befindet sich ein Ventilrad, das den CO2 Strom bestimmt. Dies sollte geschlossen sein, sonst entweicht das ganze CO2 aus der Patrone.

 

Nun wird die Patronenhalterung auf den Hahn gesteckt.

Und damit am Fassventilstopfen mit dem Rohr zügig durchstochen.

Der Hanh wird nun an den Seitenrändern vom Fass ncoh fixiert.

Fertig ist das frisch angezapfte Bierfass.

Bei den ersten Gläsern Bier wird noch kein CO2 benötigt. Erst später oder nach einem längeren aufenthalt im Kühlschrank muss das Ventil an der CO2-Patrone aufgedreht werden. Sollte das Fass noch nicht leer sein, so kann es für ein paar Tage oder Wochen auch im Kühlschrank angestochen aufbewahrt werden.

Ist das Bier im Fass alle, so muss die Zapfanlage natürlich wieder mit Fass gereinigt werden. Am Besten ist es, die Zapfanlage komplett zu zerlegen und  mit heissem Wasser alles gründlich ausspülen. Danach alles gründlich trocknen und das Fass mit der Öffnung nach unten zum Trocknen lagern. Es ist etwas schwierig die ganze Flüssigkeit heraus zu bekommen. Hier musste ich hin und wieder etwas schütteln. Mit der Taschenlampe hab ich auch durch die Öffnung versucht zu erkennen, ob am Boden noch Restablagerungen von Hefe sich befinden. Ein wenig Spiritus ins Fass geben, kann auch nicht schaden. Allerdings muss man wegen der Innenbeschichtung aufpassen.

Eine etwas andere Zapfanlage, mit der ich bessere Erfahrungen gemacht habe.

Update 08.06.2018

Ich hatte bei den letzten zwei Bieren im Fass immer nur Schaum beim Zapfen. Das war schon etwas nervig, wiel es lange gedauert hat, bis das Bier trinkbar im Glas war. Herausgefunden habe ich, dass es daran liegt, dass der Druck im Fass anscheinend zu hoch war. Ich lasse nun kurz vor dem Zapfen immer ein wenig Druck ab und regle dann mit der CO2 Zufuhr den nötigen Druck beim Zapfen nach. So kommt noch genügend Schaum raus und das Bier hat trotzdem auch nach ein paar Tagen nach dem Anzapfen imme rnoch schön CO2.

Update 31.07.2018

Der Sommer ist schon sehr heiss und ein Partyfass wird wirklich sehr schnell warm, bevor es leer ist. Aber es gibt eine Hilfe und zwar ein Partyfass Kühlmanschette. Im Gefrierschrank wird es runtergekühlt und hält das Party fass anschließend über ein paar Stunden schön kalt. Ideal für eine Sommergrillfeier.

 

Update 04.08.2018

Damit die abgesetzte Hefe nicht mitkommt beim Zapfen, habe ich das Steigrohr um 5mm gekürzt.

Update 13.10.2018

Ein anderer Partyfasstyp, den ich nun auch einmal testen möchte, ist der mit einem Zapfhahn am Boden integriert. So braucht man keine Zapfanlage dafür und kann direkt aus dem Fass sein Bier in Gläser füllen. Die Reinigung ist allerdings etwas komplizierter und aufwndiger.

Links:
https://de.wikipedia.org/wiki/Keg
http://www.besser-bier-brauen.de/selber-bier-brauen/brauanleitungen/detailwissen/abfuellen/index.html
https://www.amazon.de/gp/product/B00B2L5V00
https://www.amazon.de/Wecomatic-K%C3%BChlmanschette-f%C3%BCr-5-Liter-Partyf%C3%A4sser/dp/B00DRAL5IQ

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