Braurezept: Malzbier

Heute habe ich mich einmal an etwas herangewagt, was ich schon lange im Kopf hatte, ein Malzbier herzustellen. Im Prinzip handelt es sich dabei um ein normales Bier, bei dem der Gärprozess nur kurz verläuft, um genügend CO2 zu produzieren, aber so gut, wie kein Alkohol entsteht. Es handelt sich also um ein fermentiertes Süßgetränk.
Das besondere oder gefährliche an der Herstellung ist, dass die Gärung in einer verschlossenen Flasche stattfindet und der Gärprozess durch Pasteurisieren gestoppt wird. Wichtig ist dabei einen gewissen Druck in den Flaschen nicht überschreiten zu lassen, damit so keine unkalkulierbaren CO2-Bomben entstehen.
Aus diesem Grund habe ich für einen ersten Versuch nur eine kleine Menge Malzbier hergestellt und jede Bügelflasche hat ein Manometer aufgesetzt bekommen, so dass ich die Druckentwicklung bei allen Flaschen im Blick habe.

Ein Rezept, das gut klang, hatte ich einmal aufgeschnappt. Von Vorteil ist auch, dass man mit Malzextrakt arbeitet und so der Aufwand eher in der späteren Prozedur steckt:

  • 0,5L Malzextrakt
  • 3,5L Wasser
  • 2TL Zitronensaft
  • 150 ml Holunderblütensirup
  • Traubenzucker (Menge je nach Geschmack)
  • 3g Perle Hopfen
  • 6g Päckchen obergärige Trockenhefe

Das Malzextrakt habe ich so lange mit warmen Wasser verdünnt, bis ich eine Stammwürze von 12°P hatte.

Dies hab ich dann zum Kochen gebracht und nach dem Eiweißbruch (ca. nach 10 Minuten) den Hopfen dazu gegeben. Zusammen habe ich das noch ca. eine halbe Stunde weiter kochen lassen.

Nach einer kurzen Ruhepause (ca. 5Min) habe ich den Sud durch eine Stoffwindel gefiltert.

Zitronensaft und Traubenzucker eingerührt und auch Holundersirup,. Die Mengen hängen sehr stark vom persönlichen geschmack ab. Ein kleiner Schuss Orangenlimonade kam auch noch spontan dazu.

Den Eimer mit dem Sud dann zum Abkühlen ins Spühlbecken mit kaltem Wasser gestellt.

So lang der Sud auf Handtemperatur abkühlt ist, habe ich die Hefe mit etwas Zucker und 10mL handwarmen Wasser angesetzt.

Nachdem die Hefe gestartet ist und der Sud soweit heruntergekühlt wurde, habe ich die Hefe in den Sud kräftig eingerührt.

Nach einer kurzen Pause, habe ich den angesetzten Sud gleich in die Flaschen abgefüllt, mit dem Manometeradapter verschlossen und diese unter Beobachtung stehen lassen.

Nach ungefähr 5 Stunden hat sich ein Druck von ca 2 Bar aufgebaut. Jetzt habe ich einen Topf mit Wasser und einem Einlegeboden darin auf 55-60°C aufgewärmt und die Flaschen dann bei erreichen der Temperatur reingestellt.

Langsam habe ich die Temperatur auf 72°C weiter erhöht und dann den Herd bei Erreichen ausgeschaltet. Der Druck in den Flaschen ist durch die hohe Temperatur schon sehr stark angestiegen, teilweise über vier Bar. Aus Sicherheitsgründen habe ich noch einen Topf darüber gestellt. Nach ungefähr zwei Stunden ist die Temperatur auf 60°C gefallen.

Zum weiteren Abkühlen habe ich den Topf anschließend raus gestellt und anschließend die handwaremn Flaschen in den Kühlschrank bei 7°C gestellt.
Leider hat ein Manometeradapter aus dem 3D Drucker den hohen Druck nicht stand gehalten. Ich kann nicht sagen, dass das ganze Verfahren nicht ganz ungefährlich ist. Wichtig dabei sind Flaschen zu verwenden, die noch in Ordnung sind oder wenig gebraucht wurden. Teilweise habe ich beim Umlagern eine Sichtschutzbrille verwendet.

02.09.2018 – Test

Das Malzbier ist eigentlich sofort trinkbar, sobald es abgekühlt ist. Der Geschmack entspricht in etwa dem von bekannten Malzbieren. Der Holundergeschmack gibt dem ganzen einen limonadigen Geschmack. Die Zitrone ist allerdings etwas zu dominant und würde ich beim nächsten Mal etwas weniger nehmen und dafür etwas mehr Orangenlimonade. Das Malzbier ist erfrischen und leicht sprudelig. Alkohol konnte ich keinen feststellen.

Links:
https://de.wikipedia.org/wiki/Pasteurisierung

 

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