NC Kegs Teil 4 – Zapfen

Also Bier sauber ohne Überschäumen aus einem Fass zu zapfen ist schon fast eine Wissenschaft für sich. Aber auch hier gilt, wenn man das Prinzip verstanden hat, ist das Alles ein Kinderspiel. Prinzipiell entsteht das Aufschäumen dadurch, dass sich die im Bier gebundene Kohlensäure zu schnell aus dem Bier heraus löst. Dies passiert beim Zapfen am Häufigsten dadurch, dass der Druckunterschied im Fass (Sättigungsdruck) und auf dem Weg zum Zapfhahn zu groß ist (schnelles Öffnen eine Sprudelflasche). Es gilt also zu verhindern, dass sich die Kohlensäure aus dem Bier löst und das geschieht, indem man bis zum Zapfhahn versucht mindestens einen gleichbleibenden Druck zu erhalten.

Das erste was es also gilt zu bestimmen, ist der Druck im Fass (Sättigungsdruck). Dies hängt von der Temperatur und der gelösten Menge an Kohlensäure im Bier ab. Hat man ordentlich gerechnet, so ergibt sich die Menge der gelösten Kohlensäure aus der Karbonisierung mit Speise. Daraus kann mit der Temperatur und einer Spundtabelle der aktuelle Druck bestimmt werden.

Sättigungsdruck[bar] = CO2[g/l] / ( ( e^( -10,73797 + ( 2617,25 / ( Temperatur[°C] + 273,15 ) ) ) ) * 10 ) ) – 1,013

Einfacher hat man es, wenn man ein Spundventil mit Manometer anschließen kann. Hier kann der aktuelle Druck im Fass gut abgelesen werden.

Damit beim Zapfen und der damit einhergehendes lösen der Kohlensäure aus dem Bier verhindert wird, muss ständig die fehlende Menge Bier und der dadurch verursachende Druckabbau kompensiert werden. Dies geschieht durch den Anschluss einer CO2 Flasche über einen Druckminderer an das Gasventil. Alternativ kann auch Stickstoff genommen werden. Das hat den Vorteil, dass sich dieser nicht im Bier löst.

Am Druckminderer muss nun der Sättigungsdruck eingestellt werden. Dazu käme aber noch der Druckverlust durch die Leitungslänge und Leitunsghöhe bis zur Zapfanlage. Dies fällt aber bei mir weg, da der Hahn direkt am Fass hängt. Ich hab den Druckminderer ein wenig über den Sättigungsdruck gestellt.

Nun kann der Hahn angeschlossen werden. Hier verwende ich einen Kompensatorhahn. Der hat den Vorteil, dass er das durchfliessende Bier langsam zum Zapfhahn entspannen kann, ohne dass es CO2 verliert. Am Regler an der Seite wird die Durchflussgeschwindigkeit eingestellt. Zum Zapfen ahb cih den Regler erstmal ganz zugedreht. der Arbeitspunkt des Kompensatorhahnes liegt bei 1,6-1,8Bar.

Zieht man den grossen Hahn nach vorne, so strömt Bier heraus. Hier hab ich langsam den Regler nach unten bewegt, um das gewünschte Bier-Schaumverhältnis einzustellen.

Hat man genug Bier gezapft, so muss das Gas mit dem Druckminderer wieder abgeklemmt werden. Am Besten steckt man das Spundventil wieder auf das Fass und erniedrigt den Druck im Fass wieder auf den Sättigungsdruck vom Bier. Am Spundventil kann man das ja auch ganz gut mit der Schraube einstellen. Sollte man das nicht machen, wird sich das überschüssige Gas langsam im Bier aufgenommen. Somit würde man beim nächsten Zapfen einen noch höheren Druck einstellen müssen. Dies ist auch der Grund, warum manche Stickstoff zum Zapfen nehmen.

Am Ende heisst es noch den Kompensatorhahn zu reinigen. Dabei zerlege ich diesen meistens. Ich muss hier aber auch gestehen, dass das Zapfen bei mir am Anfang überhaupt nicht geklappt hat. Auf der Fehlersuche bin ich dann darauf gestossen, dass der Kompensatorhahn nicht richtig verschraubt war, da die Überwurfmutter leicht verbogen ist und so sich der Druck am Hahn zu schnell abgebaut hatte und so das Bier aufschäumte.

Links:
https://www.maischemalzundmehr.de/index.php?inhaltmitte=toolsspeiserechner
http://braukaiser.com/wiki/index.php/Carbonation_Tables
https://hobbybrauer.de/forum/wiki/doku.php/spundungstabelle
https://braumagazin.de/article/zapftechnik-in-der-praxis-teil-2/
https://github.com/sky4walk/documents/raw/master/Berechnungen.ods
https://zwieselbrau.wordpress.com/2016/07/13/bestimmung-der-speisemenge/

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