Braurezept: Freiburger Inselhopf

Auf der Suche nach einem schönen Sommerbier, bin ich auf ein Rezept für das Freiburger Inselhopf gestossen. Die Zutatenliste war so kurz, dass ich es einfach einmal ausprobieren musste.

Stammdaten:
Ausschlagmenge: 40L
Stammwürze: 13% (wurden aber dann 15%)
IBU: 24
EBC: 7
Alkohol 5,1%
Karbonisierung 5 g/l

Zutaten für 60% Sudhausausbeute:
Hauptguss HG:  33L
Nachguss NG: 17L
Pilsener Malz (3-5 EBC): 8,81kg
Sauermalz (2,5-12 EBC): 400g
Hopfen Tettnanger 154g 3,5% alpha
Hefe: Saflager W-34/70

Rezept:
Aufheizen: 53 °C
EInmaischen: 48°C für 10min
Eiweisrast: 52°C für 10 min
Maltoserast: 62°C für 45 min
Verzuckerungsrast: 70 °C für 45 min
Abmaischen: 76°C
Würzekochzeit: 75 min
Tettnanger: 64 g, 3,5% a-Säure, 75 min
Tettnanger: 45 g, 3,5% a-Säure, 15 min
Tettnanger: 45 g, 3,5% a-Säure, Whirlpool
Gärtemperatur: 12 °C
Endvergärungsgrad: 76%
Rezept für die Brausteuerung.

23.06.2019: Brautag

erstmal alle Utensilien vorbereiten. Meine letzte Brausteuerung hab ich verschenkt und hab mir eine neue gebaut. Leider hatte ich kein Gehäuse dafür mehr.

Nachdem in den Topf 33L, dies entspricht einer Füllhöhe im Topf von ungefähr 21cm, kann es auch schon losgehen mit dem Aufwärmen.

Dann wird eingemaischt.

Sobald Maltoserast und Verzuckerungsrast vorbei sind und Jodnormal erreicht ist, wird abgemaischt. In einer kurzen Pause wird das Rührwerk abgebaut und dann beginnt das Läutern. Diesmal hab ich direkt aus den Hahn in einen Trichter die Würze fliessen lassen, damit kein Sog am Hahn entsteht. Ich hab auch diesmal keine Pumpe zum Klarlaufen verwendet, sondern die ersten Liter mit einem Schöpfeimer wieder zurückgeschüttet, nachdem es hell lief. Leider musste ich trotzdem den Treber einmal anschneiden, weil so gut, wie gar nichts mehr lief.

Die 17L Wasser für die Nachgüsse habe ich diesmal auf einmal in der Küche in einen grossen kochtopf auf 78°C vorgeheizt und anschließend langsam der Würze dazu gegeben.

Nach fast 2 Stunden Läutern konnte dann das Kochen mit den drei Hopfengaben begonnen werden. Dazwischen hatte sich auch wieder die Hendi Platte abgeschlatet, da ich vergessen hatte, dass sie aus Sicherheitsgründen sich nach 60min automatisch deaktiviert. Dafür ging das Filtern in die zwei 30L Eimer recht schnell. Hier hab ich einen neuen 100Micron Filterstrumpf verwendet.

Nachdem Filtern habe ich die Würze mit einer Kupferspuhle (10m lang, 12mm Aussendurchmesser) auf 22°C abgekühlt. Diese Kupferspuhle war an eine Tauchpumpe gekoppelt, die aus dem Swimmingpool das Wasser in die Kühlspirale pumpte und es wieder in den Pool zurücklaufen liess. Somit wurde die Würze kalt und das Poolwasser wärmer. Das ging ziemlich schnell. Nach der Abkühlung hab ich die untergärige Bierhefe (saccharomyces cerevisiae) Saflager W34/70 in 300mL 23°C mit warmer Würze gestartet.

Nachdem Ansetzen der Würze und dem Belüften kam sie in die Kühltruhe bei 11°C. Gleichzeitig hab ich noch eine Schnellvergärprobe genommen. Diesmal will ich Grünschlauchen.

Jetzt heisst es mal wieder warten.

Die Einbrüche am Anfang des Temperaturlogs liegen an einem Wackelkontakt am Temperatursensor, da dieser nur gesteckt ist. Die Einbrüche beim Kochen liegen daran, dass der Sensor nicht mehr ganz in der Würze war und später hat sich die Hendiplatte abgeschaltet.

27.06.2019: Endvergärungsgrad

Die Hefe scheint gut ihre Arbeit bei 10°C zu verrichten und es blubbert auch schön im Gärrohr.

Die Schnellvergärprobe bei Raumtemperatur (24°C) scheint sich bei 4,5°P (SRE) Scheinextrakt fest zu legen. Dies entspricht einem scheinbaren Vergärungsgrad von 70%. Laut Hersteller der Hefe sollen 83% möglich sein. Der tatsächliche Vergärungsgrad sind 6,4°P und damit ein Alkoholgehalt von 5,8%-Vol. (Alle Formeln dazu sind hier und in einem Rechenblatt)

Der Refraktometerwert der angesetzten Bierwürze liegt bei 13,5 Brix. Entspricht alkoholkorrigiertem SRE 13°P und damit einem TRE 13,4°P und 13% Vergärungsgrad mit einem Alkoholanteil von 1,1%-Vol.

Bei 10°C sind in der angesetzten Würze 2,24g/L CO2 gelöst. Um auf die spritzigen 5g/L CO2 zu gelangen, fehlen also noch 2,64g/L CO2. Da 0,4g/L CO2 aus 0,1°P entstehen, muss ich also 0,66°P höher, also bei 7°P (6,4°P + 0,66°P) in die Fässer oder Flaschen abfüllen.

02.07.2019 – In KEGs abfüllen

Ich hab mir ausgerechnet, dass ich bei einem Refraktometerwert von 10,2 Brix abschlauchen muss, damit im Fass sich noch 5g/L CO2 bilden kann. Nun ist mein Kühlfach so, dass ich mehrere Temperaturzonen anscheinend habe. Der erste Bottich hatte 9,4 Brix und der andere 10,4 Brix. Trotzdem hab ich beschlossen beide in die KEGs abzufüllen.

Ich hab mir auch das Cold Crashing gespart, da ich dann später sowieso nochmal umspunden werde. Es hat auch beim Abfüllen in die Fässern jeweils nach oben etwas Bier gefehlt, da es beim Gären verdunstet ist. Deswegen hab ich ca. 0,5L Wasser noch hinzugegeben. Zusätzlich hab ich in jedes Fass noch 0,5Bar Druck mit CO2 daraufgegeben. Beide Fässer kamen anschließend wieder bei 10°C in die Kühltruhe.

02.08.2019 – passendes Flaschenetikett

Mal ein passendes Etikett über die Webseite Beerlabelizer erstellt und drucken lassen.

15.08.2019 – Fass umfüllen

Das leer 10L NC Fass wiegt 3,5kg.

Einen kräftigen Schuss Bier aus dem Fass erstmal in ein Glas geben, damit sich am Rohrende untem im Fass der Satz dort löst.

Dann wird das Bier langsam und ihne Schaumbildung im Schlauch umgedrückt.

Bei 12,5kg hab ich aufgehört. Dies entspricht zwar nur 9L aber so bleibt ein wenig Luft noch nach oben, ohne dass es mir über das Überdruckventil am Deckel rausschiesst.

29.08.2019 – Erstes frisch gezapftes Testbier

Gut Ding will Weile haben. Heute habe ich zum ersten Mal das fertige Bier probiert und es schmeckt einfach perfekt für den Sommer. Es ist auf 2Bar karbonisiert und sehr spritzig und locker süffig. Dabei hat es durchaus einen vollmundigen Geschmack, obwohl es ein Single Malt Bier ist. Der Hopfen kommt wenig heraus aber bringt tortzdem ein wenig Bitterheit mit. Es ist einfach ein echt gutes Sommerbier.

Links:
https://www.feierling.de/8-brauerei
https://www.maischemalzundmehr.de/index.php?id=765&inhaltmitte=rezept
https://zwieselbrau.wordpress.com/2016/03/30/mikrosikaru-brausteuerung-v3-bluetooth/
https://youtu.be/04yCmuDs-V0
https://zwieselbrau.wordpress.com/2019/05/09/gruenschlauchen-und-schnellvergaerprobe/
https://raw.githubusercontent.com/sky4walk/brew_recipes/master/FreiburgerInselhopf.bml
https://github.com/sky4walk/brew_recipes/raw/master/FreiburgerInselhopf-BrausteuerungLog_23.06.2019.csv
https://www.amazon.de/Filterbeutel-Algenkiller-Filterstrumpf-waschbarem-Nylongewebe/dp/B00N1XG7QY
https://www.amazon.de/KUPFERROHR-Ringware-Au%C3%9Fendurchmesser-WUNSCHGR%C3%96SSE-einfach/dp/B07KT7GRY9
https://www.hobbybrauerversand.de/mediafiles/Datenblaetter/Fermentis/SFG_W34_DE.pdf
https://zwieselbrau.wordpress.com/2019/05/09/gruenschlauchen-und-schnellvergaerprobe/
https://github.com/sky4walk/documents/raw/master/Berechnungen.ods
https://www.beerlabelizer.com/
https://www.wir-machen-druck.de/flaschenetiketten-auf-rolle-guenstig-online-drucken-lassen,category,20651.html

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