Bier und Frauen – Mein Beitrag zum Weltfrauentag 8.3.2021

Homer Simpson: „Frauen kann man mit einem Bier vergleichen, riecht gut, sieht gut aus und man schiebt seine eigene Mutter weg, um eines zu bekommen.“

Nun gut, was man auch immer über Homers philosophischen Geistreichtum denken mag, haben Frauen aber doch mehr mit Bier zu tun, als dies allgemein zu vermuten wäre. Und da jedes Jahr am 8.3. der internationale Frauentag gefeiert wird, möchte ich gerne die Bedeutung der Frauen beim Bierbrauen hier kurz hervorheben.

Doch um die Bedeutung der Frauen beim Bierbrauen herauszustellen, muss man einen Blick in die Vergangenheit werfen. Bis zum 16. Jahrhundert war Bierbrauen eigentlich in Europa und darüber hinaus ausserhalb der Klöster ausschließlich in Frauenhand und gehörte genauso dazu, wie die Textilherstellung im Haushalt. Doch diese endete dann eben dramatisch für Frauen mit der Reformation meist auf dem Scheiterhaufen, die ein strengeres christliches Sittenbild den Frauen auferlegte. Aber auch die Industrialisierung des Brauens im 19. Jahrhundert war dann hauptsächlich wieder Männerarbeit in der Großbrauerei.

Bier braucht zum Fermentieren, also für die alkoholische Gärung Hefepilze. Da die Bierherstellung damals Handarbeit war, kamen die Frauen mit ihren Händen mit dem Malzsud in Berührung. Theorien behaupten, dass über die Haut der Frauenhände diese Hefepilze in den Sud gelangt sind und somit erst für ein gutes Bier gesorgt haben. Diese Hefepilze sorgen bis heute für einen guten Biergeschmack. Da man früher die Hefe und den Zusammenhang mit der Gärung nicht so genau kannte, glaubten zum Beispiel einige Kulturen, dass nur heilige Frauen oder Jungfrauen Bier herstellen konnten. Besonders in Asien, wo Sake (Reiswein und eigentlich ein Bier) aus Reis hergestellt wurde, war es so, dass Jungfrauen den Reis mit ihrem Speichel im Mund vermengt haben, damit die Gärung begann. Sie wussten damals nicht, dass erst die Enzyme im Spiechel, die im Reis, im Gegensatz zum Gerstenmalz nicht enthalten sind, die Stärke zu Zucker umwandelten, um anschließend durch die Hefe vergoren werden zu können.

Bei den Wikingern war es für Männer sogar verboten Bier herzustellen und nur Frauen hatten das Recht dazu. Bei den Finnen brachte die Göttin Kalevatar den Männern das Bier. Auch in den Klöstern war Hildegard von Bingen die Frau, die den Hopfen als Biergewürz zum ersten Mal erwähnte und empfahl. Auch der Geschichtsschreiber Johannes Aventius beschrieb im 15. Jahrhundert die Geschichte von Isis (Griechisch  Ceres, Deutsch Frau Eisen), die mit ihrem Mann Osiris von Ägypten bis nach Bayern und Österreich gekommen sein soll und die die Bayern seine Enkel sein sollen. Beide sollen gekommen sein, um den Deutschen das Bierbrauen gelehrt zu haben. Auch soll Isis Gambrinus begleitet haben und ihm das Brauen beigebracht haben. Soweit die Legende.

Martin Luthers Frau musste eine ausgezeichnete Brauerin gewesen sein. Ich behaupte, dass sich genau aus dem Grund viele Mitstreiter sich bei Martin gerne zu Hause versammelten, um das gute Bier zu trinken und somit ins Gespräch über Theologie kamen. Auch der Kaffeekranz unter Frauen war ursprünglich ein Bierkränzchen. Allerdings muss man dazu erwähnen, dass das damalige Bier höchstens 2% Volumenalkohol besass. Auch war das Bier, das Frauen auf Märkten verkauften eine gute Einnahme für den Haushalt. Ab dem 16. Jahrhundert wurde dies durch das fundamentalere Christentum eben immer weiter verboten und ausgehend von England die Frau immer mehr zurück in die Häuser (Kinder Küche Kirche) gedrängt.

Doch die Frauen erobern wieder das Brauen. Immer mehr kleine und mittelgrosse Familienbrauereien übergeben die Regie an ihre Töchter. Und diese sind weit weniger konservativ geführt und scheinen Tradition mit der Moderne zu verbinde, wie zum Beispiel Brauerei Pyras, Meinel, Ammerndorfer oder Tegernseer Braustüberl, um nur einige wenige zu nennen. Mittlerweile gibt es auch einen internationalen Bund von Brauerinnen Barleys Angels, in die Männer keinen Zutritt haben. Es gibt also gute Hoffnung, dass Bier die Geschlechter vereinigt und wieder eine Gleichberechtigung beim Brauen einhergeht, denn schließlich ist Hopfen eine weibliche Dolde, die die gute Würze im Bier schenkt.

Links:
https://de.wikipedia.org/wiki/Internationaler_Frauentag
https://www.stern.de/panorama/wissen/bierbrauen-war-frauensache—bis-fanatische-christen-die-brauerinnen-als-hexen-verfolgten-30432116.html

Barley’s Angels


https://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_Aventinus
https://de.wikipedia.org/wiki/Isis
https://de.wikipedia.org/wiki/Gambrinus_(Person)

2 Gedanken zu “Bier und Frauen – Mein Beitrag zum Weltfrauentag 8.3.2021

  1. „Mittlerweile gibt es auch einen internationalen Bund von Brauerinnen Barleys Angels, in die Männer keinen Zutritt haben. Es gibt also gute Hoffnung, dass Bier die Geschlechter vereinigt und wieder eine Gleichberechtigung beim Brauen einhergeht,“ – das verstehe ich nicht: wie soll denn Bier die Geschlechter zusammenführen, wenn diese sich wie vor Jahrhunderten voneinander abgrenzen und einander ausschließen? Einen Beitrag zur Gleichberechtigung wird man sicher nicht leisten, wenn man die Geschlechter voneinander abschirmt..

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    • Haha, ja, jetzt wo ich mir meinen Text, nach deinem Kommentar so nochmal durchlese, ist der Kontext der beiden Aussagen wirklich blöd zusammengefügt. Eigentlich wollte ich damit eher ausdrücken, dass die Frauen sich wieder emanzipieren im Bereich Bier und Brauen und damit wieder ein Gleichgewicht zwischen Männer und Frauen im Verhältnis darin angesttrebt wird.

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